Leben in der Agglomeration - Auf alten Wegen
Ich verstehe den Rand Berlins an der Lessingsstraße in Wilhelmsruh als Agglomeration verschiedenster Puzzle-Teile. Es ist Dorf, Stadt und Hochhaussiedlung. Es ist ruhig, wie auf dem Land, aber auch intermodal, durch die Heidekrautbahn und nicht zuletzt durch die neue Haltestelle, welche hier entstehen wird. Die Trampelpfade auf dem Flurstück 20 und 21 an der Lessingstraße 70 in Berlin werden stark frequentiert und dienen sogar häufig als Kommunikationsweg der BewohnerInnen.
Seit der Wende und dem damit verbundenen Abriss der Mauer wurde hier, auf dem ehemaligen Todesstreifen, städteplanerisch keine Verbindung der Stadtteile Pankow und Reinickendorf hergestellt oder Stadtreparatur bedacht. Die Stadtteile sind von den zuständigen Behörden weiterhin als Inseln betrachtet worden. Und so bahnen sich die Menschen aus beiden Quartieren täglich ihren Weg durch das wilde Grün, welches sich das ehemalige Grenzgebiet zurückerobert. Unbefestigte, schmale Wege und Pfade durchziehen das Areal um den Nordgraben, von Wilhelmsruh nach Norden Richtung Lübars und vom Osten Pankows zum Gewerbepark, weiter nach Reinickendorf. Das dieser Grünzug ebenso ein Hauptwanderweg Berlins sein soll, merkt man nicht auf den ersten Besuch. Die Lessingstraße 70 in Berlin ist ein Teil der Stadt am Rand, welches es zu nutzen gilt. Mit meinen geplanten „Stadtrandsteinen“ rund um die baldige Haltestelle sind sichere Verknüpfungen wieder hergestellt und die Stadtteile durch meine mikromorphologische Gebäudeansammlung verbunden. Das neue Wegeband umschlingt das neugeplante Gebiet, wie ein Gürtel. Die Schnittstelle Lessingstraße dient nun mehr dem Zweck des Zusammenkommens, des Erschaffens und Zusammenlebens und wird zum Zukunftsort.